Autismus-Therapie-Zentrum

Gerne können Sie uns wie folgt kontaktieren:
Telefon: 0234-28253030
E-Mail: atz@fundk-bochum.de

 

Ziele und Aufgaben

Das vorrangige Ziel des Autismus-Therapie-Zentrums ist es, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit der Diagnose Autismus-Spektrum-Störung (ASS) die Integration in das Leben und die Interaktion mit dem Leben zu erleichtern. Therapeutische Interventionen sollen den Umgang mit den Bezugspersonen in allen Lebensbereichen unterstützen, den Alltag erlebbarer und begreifbarer machen, soziale und kommunikative Möglichkeiten und Fähigkeiten fördern und Fortschritte ausbauen. Familie, Betreuer und weitere Beteiligte (aus dem schulischen und beruflichen Kontext) werden dabei so weit wie möglich in die therapeutischen und pädagogischen Abläufe involviert. (Quelle: autismus Deutschland e.V.)

Unsere Mitarbeitenden

Speziell ausgebildetes Fachpersonal sorgt für eine adäquate Förderung und Therapie

  • Heilpädagog*innen
  • Rehabilitationspädagog*innen
  • Sozialpädagog*innen/-arbeiter*innen
  • Ergotherapeut*innen

Angestrebt sind weiterhin Mitarbeitende aus folgenden Berufsbereichen

  • Motopäd*innen
  • Musiktherapeut*innen

Fort- und Weiterbildungen gehören für unsere Mitarbeitenden zum Standard und dienen der Qualitätssicherung.

Unser Angebot

  • Erst- und Folgeberatung bei vorhandener ASS-Diagnose
  • Anamneseerstellung
  • Hilfe bei der Antragstellung
  • Förderdiagnostik
  • Therapeutische Interventionen (Ausbau der kognitiven, kommunikativen und sozialen Fähigkeiten)
  • Motorische Entwicklungsförderung
  • Beratung der Bezugspersonen (Eltern, Lehrkräfte, Erzieher*innen, Ausbilder:innen etc.) je nach Bewilligung
  • regelmäßige Elterntreffen

Unser Leitbild

„Der Mensch im Mittelpunkt“

Wir sehen den Menschen als Individuum mit all seinen Fähigkeiten, Entwicklungen und stetigen Veränderungen. So kommt es zu unterschiedlichen Denk- und Verhaltensweisen. Jeder Mensch, der zu uns kommt, bringt seine eigene Biografie mit und folglich seine eigenen subjektiven Wahrnehmungen und Wirklichkeiten, die es zu respektieren gilt. Dabei richten wir unsere Arbeit am humanistischen Menschenbild aus.

Den Menschen respektieren wir in seiner Einmaligkeit und empfinden von „Normen“ abweichende Ausprägungen nicht als „Störung“. Daher grenzen wir uns von dem Begriff „Autismus-Spektrum-Störung“ (ASS), auch wenn dieser fachlich korrekt ist, ab. In unserer therapeutischen Arbeit soll nicht die Störung, sondern der Mensch im Autismus-Spektrum im Mittelpunkt stehen. So wird der Begriff der Störung nur im folgenden Abschnitt, der sich an der diagnostischen Einordnung orientiert, Verwendung finden.

Das ATZ bietet einen Raum für den Dialog zwischen Klient*innen, ihren Bezugspersonen und den Therapeut*innen. Dieser bietet die Möglichkeit zur Auseinandersetzung und Beziehungsgestaltung, fordert und fördert gleichzeitig auf allen Seiten die Fähigkeit, sich anzupassen.

Was ist Autismus?

Autismus umfasst eine Gruppe komplexer und vielfältiger Entwicklungsstörungen. Häufig werden Autismus bzw. Autismus-Spektrum-Störungen, die Veränderungen der neuronalen und psychischen Entwicklung beinhalten, auch als Störungen der Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung bezeichnet, die sich auf die Entwicklung der sozialen Interaktion, der Kommunikation und des Verhaltensrepertoires auswirken. Einfach ausgedrückt: Bei Menschen im Autismus-Spektrum ist das Gehirn anders verschaltet als bei anderen Menschen. Deshalb haben sie mit manchen alltäglichen Dingen große Schwierigkeiten, während sie komplexe Herausforderungen teilweise gut bewältigen können. In diesem Zusammenhang wird von einem unebenen Fähigkeitenprofil gesprochen.

Autismus-Spektrum-Störungen werden als „tiefgreifende Entwicklungsstörungen“ klassifiziert und in der aktuellen ICD 10 (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, ab 2022 ICD 11), den Diagnosekriterien der WHO (Welt-gesundheitsorganisation) unter F 84 als medizinische Diagnose definiert. In der ICD 11 wird nicht mehr zwischen „Frühkindlichem Autismus“, „Asperger-Syndrom“ und „Atypischem Autismus“ unterschieden. Die Unterscheidung ist in der Praxis kaum möglich. Daher wird der Begriff „Autismus-Spektrum-Störung“ als Oberbegriff für das gesamte Spektrum autistischer Besonderheiten verwendet. Das Wort „Spektrum“ wird als Sammelbegriff für die Beschreibung eines Phänomens verwendet, bei dem die Ausprägungen des Autismus auf einem Kontinuum liegen und sich häufig mit anderen Diagnosen überschneiden.

Diagnose

  • ICD-10 (ab 2022 ICD-11): Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (F84 Autismus-Spektrum-Störungen)
  • DSM-V: Diagnostisches und statistisches Manual psychischer Störungen der Amerikanischen Psychiatrischen Gesellschaft (299.00 Autismus-Spektrum-Störungen)

Die Autismus-Diagnostik ist aufwendig und komplex, eine Therapie in unserer Einrichtung kann jedoch nur auf dieser Grundlage durchgeführt werden.

Das ATZ konzentriert sich ausschließlich auf die Durchführung der Therapie. Bei Bedarf an einer Diagnosestellung informieren wir Betroffene/Angehörige über entsprechende Ärzt*innen oder Kliniken, die eine entsprechende Diagnostik durchführen.


Unsere Therapiemöglichkeiten

TEACCH

Der TEACCH-Ansatz (engl.: „Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children“) bedeutet übersetzt die „Behandlung und pädagogische Förderung autistischer und in ähnlicher Weise kommunikationsbehinderter Kinder“. Er verfolgt das Ziel, durch das strukturierte Lernen die Umwelt für den Klienten nachvollziehbarer und überschaubarer zu gestalten. Mit Hilfe von Visualisierungen, wie beispielsweise zeitlichen Plänen und Strukturierungen wie Gestaltung des Arbeitsmaterials oder bestimmter Abläufe, soll Personen das Leben erleichtert werden. Ein konkretes Beispiel ist hierfür ein Klettplan, auf dem mit Bildkarten die Aufgaben und Spiele für die Therapiestunde dargestellt werden. Nach Erledigung dieser wird die jeweilige Karte in eine Tasche auf dem Plan gesteckt, um zu verdeutlichen, dass diese Aufgabe fertig ist. Die Therapie wird bei jedem Klienten nach seinen individuellen Bedürfnissen erstellt und angepasst, damit ein möglichst großer Fortschritt erzielt werden kann. (Quelle: Autismus Hamburg e.V.; AUTEA gGmbH)

Unsere Räumlichkeiten

Unsere Therapieräume sind sehr reizarm gehalten, weil für viele Klient*innen eine Umgebung mit bunter Wandfarbe oder vielen Bildern eine Herausforderung ist. Zu unserer Ausstattung gehört ebenfalls ein Motorikraum. Dort befindet sich unter anderem ein Schwebetuch, welches die Tiefen- und Muskelwahrnehmung sowie den Gleichgewichtssinn der Klient*innen fördert. Eine Motorikrolle lässt den Kindern und Jugendlichen das Gefühl von der Beengtheit des Raumes spüren, was die körperliche Wahrnehmung fördert. Auch im Bällebad fühlen sie die vielen kleinen Bälle, was das körperliche Empfinden ebenfalls verbessert. Für den Motorikraum gilt: Es darf auch einfach mal getobt werden, um nach einer Therapiestunde seine Kräfte aufzubrauchen oder aber in der Hängematte zu entspannen.

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Ihre Ansprechpartnerin: 
Autismus-Therapie-Zentrum: Teresa Jünner